(Nie mehr) Barfußlaufen in der Stadt

Lesezeit: 7 Minuten 

Das erfährst du:
  • Barfußlaufen ist gesund, aber der Untergrund auf dem wir Laufen ist dabei entscheidend
  • Umweltbelastungen in der Stadt können chronische Entzündungen und weitere Beschwerden auslösen
  • Warum wir dir immer zu einem Schuh in der Stadt raten

 

Unsere Autorin: 

Chantal aus dem Store in Dresden ist Therapeutin für Psycho-Neuro-Immunologie. Sie berät und begleitet Menschen mit chronischen Beschwerden, wie Erschöpfung, Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden, Stoffwechselerkrankungen und mehr, zurück zu Wohlbefinden und Lebensqualität. Aktuell baut sie ihre eigene Akadamie auf, um ihr Wissen an andere Therapeuten, Trainer und Gesundheitscoaches weiterzugeben. Hier findest du mehr Infos zu ihrer Arbeit: www.chantal-amend.de

 


 

 

Barfußlaufen ist gesund - wirklich immer?  

Sobald die Temperaturen wieder steigen, hat man auch automatisch das Verlangen, die Schuhe auszuziehen und Barfuß durch die Welt zu schlendern. Und das Barfußlaufen gesund ist, hört man doch auch immer öfter. Der Kontakt zum Boden wirkt nachweislich entspannend und ausgleichend. Wir fühlen uns ruhiger, gelassener, schlafen besser und haben mehr Energie.

 

Dieses Phänomen wird auch „Erdung“ oder „Grounding“ genannt. In einem Review aus dem Journal of Environmental and Public Health heißt es: 

„Es ist eine etablierte, wenn auch nicht allgemein anerkannte Tatsache, dass die Erdoberfläche eine unbegrenzte und ständig erneuerte Versorgung mit freien oder mobilen Elektronen besitzt.

Die negativen Ladungen der Erde können eine stabile interne bioelektrische Umgebung für das normale Funktionieren aller Körpersysteme schaffen, die für die Einstellung der biologischen Uhr, die Regulierung der zirkadianen Rhythmen und den Ausgleich der Cortisolspiegel wichtig sein kann.“

 

Was hat das nun mit dem Barfußlaufen zu tun?

 

Die nackten Füße können besonders gut die Elektrizität der Erde empfangen.

Im Laufe der Geschichte liefen Menschen meist barfuß oder mit Schuhen aus Tierhäuten. Sie schliefen auf dem Boden oder auf Fellen. Durch direkten Kontakt oder durch schweißbefeuchtete Tierhäute, die als Schuhe oder Schlafmatten verwendet wurden, konnten die im Boden reichlich vorhandenen freien Elektronen in den Körper eindringen, der elektrisch leitfähig ist. Durch diesen Mechanismus könnte jeder Körperteil mit dem elektrischen Potential der Erde ins Gleichgewicht kommen und dadurch die elektrische Umgebung aller Organe, Gewebe und Zellen stabilisieren. Aber aufgrund unserer modernen Art zu leben - zum Beispiel immer Schuhe zu tragen und den größten Teil unseres Lebens oberirdisch in unseren Häusern oder Büros zu verbringen, verlieren wir den Kontakt mit dem natürlichen "elektrischen" Strom der Erde.

 

Wie wirken die Elektronen im Körper? 

Es wird angenommen, dass der Austausch freier Elektronen zwischen Körper und Erdoberfläche dazu beiträgt, freie Radikale zu neutralisieren und sowohl akute als auch chronische Entzündungen und beschleunigte Alterung zu reduzieren. Freie Radikale können Zellen beschädigen und damit zu Entzündungen beitragen. 

 

Fazit 1 


Barfußlaufen auf natürlichem Untergrund ist gesund. Es wirkt positiv auf unsere Stimmung, auf unsere Belastbarkeit und unser Energielevel sowie auf unsere Körperhaltung, die Muskulatur und Stabilität der Füße. 

 

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Wie verhält sich der Effekt aber, wenn wir gar keinen direkten Kontakt zum Boden haben, sondern nur auf Asphalt in der Stadt laufen? 

Asphalt und andere Bodenbeschichtungen und ebenso Schuhe mit Gummi- oder Kautschuksohlen, trennen uns von der natürlichen Ladung der Erde, wodurch auch kein Elektronenaustausch mehr stattfinden kann. Wir sind isoliert. Barfußlaufen in der Stadt auf urbanen Untergründen hat also keinen Vorteil im Sinne der Erdung und wirkt nicht ausgleichend. 

 

Viel mehr noch: Barfußlaufen auf städtische Böden birgt die Gefahr, sich kontinuierlich zu vergiften. 

 

Umweltbelastungen in der Stadt

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Städte sind im Vergleich zu ländlichen Gegenden stärker mit Umweltgiften aus Verkehr und Industrie belastet. Luft- und Wasserverschmutzungen nehmen zu und breiten sich auch in der Natur immer weiter aus. Lungenkrankheiten, Ekzeme und Allergien sind signifikant höher, wenn man in einer Stadt wohnt. Unsere Körper sind mit Umweltgiften und Schwermetallen belastet.

 

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Was hat das aber mit Barfußlaufen in der Stadt zu tun? 

 

Wenn du schonmal barfuß durch die Stadt gelaufen bist, weißt du, wie SCHWARZ deine Fußsohlen danach sind. Klar, die Füße sind auch dreckig, wenn man durch die Natur barfuß läuft. Allerdings enthält dieser Ruß und Dreck, der sich auf den Gehwegen und Straßen absetzt, auch Giftstoffe aus Emissionen: Lösungsmittel, Pestizide und Herbizide (Methanol, Formaldehyd, Alkylamine), Ozon, PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), Stickoxide, flüchtige organische Verbindungen, Nanopartikel und Schwermetalle sind nur einige Stoffe, die sich darin wiederfinden und nicht nur die Umwelt, sondern auch unseren Körper auf vielseitige Weise negativ beeinflussen. 

 

Wenn wir nun Barfuß durch die Stadt laufen und unsere Haut dadurch in direktem Kontakt zu diesen Giftstoffen steht - bleiben diese Stoffe dann auf der Haut? Vor allem wenn zusätzlich noch Reibung zwischen Haut und Untergrund entsteht und dadurch die Hautbarriere vielleicht sogar geschädigt wird? Oder Risse in der Haut entstehen? 

 

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Was passiert denn mit Cremes oder medizinischen Salben auf der Haut? Richtig. Sie werden aufgenommen. In den letzten Jahren wird der Markt der Naturkosmetik immer größer, da immer mehr Menschen realisieren, dass die Chemie aus herkömmlicher Kosmetik die Haut belastet und sogar darüber in den Körper gelangt. 

 

Wieso sollte das bei Giftstoffen auf dem Boden, mit denen wir über unsere nackten Fußsohlen in Berührung kommen anders sein? 

Wir haben auch so geschaut, als dieser Groschen bei uns fiel. ;-) 

 

Die Haut als Schutzschild 

 

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Aber ich hab ja schließlich Hornhaut an den Füßen, die hält das schon ab“, denkst du jetzt wahrscheinlich. Und ja unsere Haut und die Hornhaut sind natürlich ein Schutz nach außen. Und dieses Schutzschild nimmt natürlich nicht einfach alles auf. Dafür hat die Haut einige Mechanismen zur Abwehr parat. 

 

Erstmal besteht sie aus drei Schichten: 

  • der Oberhaut = Epidermis
  • der Lederhaut = Corium, Dermis 
  • der Unterhaut = Subcutis

 

 

Die Dicke der Oberhaut ist unterschiedlich (0,04 bis 1,5 mm). Relativ dünn an der Stirn und am Augenlid, kann sie in der Innenhand und an der Fußsohle 1,5 mm, in Schwielen 2 mm und mehr messen. 

Die Epidermis erfüllt die wichtigste Barriereaufgabe: Sie besteht aus bis zu 12 Schichten abgestorbener Zellen, ist nicht von Blutgefäßen versorgt und besitzt nur einen geringen Wassergehalt. Damit bildet sie ein Schutzschild gegen Krankheitserreger und Gifte. Auch ein Säureschutzmantel aus Fetten, Proteinen, Milchsäuren und Enzymen schützt die Haut  vor Pathogenen und der Austrocknung. Durch diese Schicht entsteht ein leicht saurer pH Wert zwischen 4,7 und 5,75. 

 

Auf der Haut tummeln sich eine Vielzahl an hautfreundlichen Mikroorganismen (=Hautflora) die uns gute Dienste leisten. Sie verhindern das Ansiedeln von Pilzen und anderen Krankheitserregern und tragen mit der Milchsäureproduktion zurm Säureschutzmantel bei. 

Unser Immunsystem ist in der Haut ebenfalls anwesend. Einige Immunzellen „patrouillieren“ hier und sind stetig wachsam hinter der Barriere. So können sie bei einem Eindringling oder einer Wunde direkt reagieren.

 

Früher vs. Heute

All diese Bestandteile sorgen für eine gesunde und intakte Hautbarriere, die Pathogene und Schadstoffe abwehrt. Allerdings ist diese Barriere zu einer Zeit entstanden, als es noch keine Nanopartikel, Emissionen oder chemische Lösungsmittel gab. Die Stoffe, mit denen wir heutzutage in Berührung kommen, wie die Abfallstoffe aus Abgasen (PAK, Benzol, Anilin), aus Zigarettenrauch (Nicotin), oder aus Insektiziden (wie Parathion E605) können die Haut passieren, denn sie hat dagegen keine Abwehrmechanismen, außer die altbewährten Strategien, mit Entzündung zu reagieren. 

 

Verletzungen der Haut, z.B. Schäden, Vorerkrankungen (Hautekzeme, etc.), aber auch Einwirkungen lokal ätzender Stoffe wie Laugen oder Säuren, erhöhen die Durchlässigkeit der Haut, ebenso wie Seifen in Verbindungen mit Fremdstoffen (Nanopartikel). Lösungsmittel (wie Aceton, Methanol, Diethylether und Hexan) wirken entfettend an der Haut und stören damit die Schutzschicht, wodurch die Haut anfälliger wird. 

 

Einige Studien zeigen sogar, dass Hornhaut und insbesondere vernarbte Hornhaut sehr viel Durchlässiger für solche Stoffe ist. Und wenn wir Barfuß unterwegs sind, haben wir schnell mal kleine Risse in der Epidermis. Das gleicht einem Riss in der Hülle eines Staudamms. Die Barriere ist damit keine durchgängige, geschlossene Einheit mehr und bietet Angriffsfläche für Pathogene (was erstmal nicht schlimm ist, denn unser Immunsystem kennt den Umgang mit Fremdkörpern wie Bakterien), aber auch für Chemikalien, die sich aus den Emissionen auf dem Boden ablagern. Und mit denen Stoffen kommt unser Immunsystem nicht wirklich gut klar, denn diese kennen unsere Zellen noch nicht wirklich lange. Mit weitereichenden Folgen. 

 

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Ein weiteres Problem in Sachen Giftstoffbelastung über die Haut stellen herkömmliche Kosmetika und Reinigungsmittel da - Duschgel, Cremes, Make Up, Anti Blasen Cremes etc. 

All diese Produkte, die unsere Haut und unsere Ausstrahlung schöner machen sollen, bewirken durch ihre Nutzung langfristig eher das Gegenteil. Sie verstopfen nicht nur die Poren der Haut und trocknen sie damit aus, sie sorgen körperweit für Chaos.

 

Immunsystem und Entzündung  

Haben Fremdstoffe die Epidermis erstmal überwunden, so werden sie in der Lederhaut über die Blutgefäße dem Blutkreislauf zugeführt und im gesamten Körper verteilt. Wie schon erwähnt, patrouilliert auch unser Immunsystem direkt hinter der Barriere im Gewebe, um im Fall der Fälle sofort Einsatzbereit zu sein. Rein evolutionär sehr schlau, denn in der Vergangenheit war es üblich, dass wir Barfuß durch die Natur gewandert, gerannt, gekrochen sind. Dabei konnte man sich auch leicht mal verletzen und die Hautbarriere beschädigen. Immunzellen waren dann sofort an Ort und Stelle und konnten eindringende Pathogene bekämpfen und die Wundheilung ankurbeln (ja auch dafür ist unser Immunsystem verantwortlich). 

 

Werden die Immunzellen also aktiviert, reagieren sie mit der Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen (=Cytokinen), die weitere Immunzellen anlocken sollen. Die Blutverteilung wird in das Wundgebiet gelenkt, Schmerzrezeptoren werden sensibler und wir werden etwas träge. 

All diese Reaktionen werden durch unser Immunsystem eingeleitet, um die Erreger schnellstmöglich bekämpfen zu können. Das Wundgebiet schwillt an, wird warm, wird rot und tut weh.

Das ist eine klassische „heiße Entzündung“, bei der es sogar zur Fieberentwicklung kommen kann. Sie wird ausgelöst durch Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren. Klassisches Beispiel: die Grippe. Nach ein paar Tagen der Müdigkeit, Übelkeit und Kraftlosigkeit, haben die Immunzellen ihre Arbeit erfolgreich getan, die Erreger sind bekämpft und der Zustand verbessert sich in Windeseile und wir sind wieder fit. Je nachdem wie gesund wir vor der Infektion waren, wird diese dann auch schneller oder langsamer zum Ende kommen. 

 

Unser Immunsystem konnte sich in den letzten 7 Millionen Jahren unserer Evolution darauf spezialisieren, mit einer riesigen Bandbreite von Krankheitserregern fertig zu werden. Viele Aktionen der Immunzellen bekommen wir nicht mal mit, denn nicht immer entsteht eine Entzündung als Reaktion. Das Ziel ist es immer so energiesparend wie möglich zu arbeiten und die erste Abwehr sind unsere Barrieren in Haut, Mund, Lunge und Darm. Wenn diese Barrieren intakt sind und optimal arbeiten, hat unser Immunsystem schon sehr viel weniger zu tun. Wird es dann auch noch über die Nahrung mit den richtigen Bausteinen versorgt und in seiner Arbeit richtig unterstützt, kann kaum etwas schiefgehen. Heutzutage haben wir es eigentlich leichter denn je, uns selbst gesund zu halten. 

 

Wenn die Immunabwehr gestört ist 

Nun gibt es eine ganze Reihe von Einflussfaktoren, die unserem Immunsystem seine Arbeit erschweren und zu Entzündungen beitragen können. Und das ganz ohne Krankheitserreger. Unter anderem Toxine aus Industrie, Verkehr, Agrarwirtschaft und Kosmetika, die weiter oben schonmal aufgeführt wurden. 

 

Die Folgen einer zu hohen Toxinbelastung können vielseitig sein: 

  • Kopfschmerzen, Migräne 
  • Konzentrationsbeschwerden 
  • Schlafprobleme 
  • Verdauungsbeschwerden, Unverträglichkeiten
  • Hautunreinheiten, Akne, Ekzeme, juckende, rissige, trockene Haut 
  • Asthma 
  • Allergien und Autoimmunerkrankungen
  • Chronisch-entzündliche Erkrankungen
  • Schilddrüsenunterfunktion, Hashimoto 
  • Neurodegenerative Erkrankungen, wie Depressionen, Alzheimer, Multiple Sklerose 
  • uvm. 

 

 

Was heißt das nun für uns? 

 Nie wieder barfußlaufen? Darauf wollen wir natürlich nicht hinaus - es macht allerdings einen Unterschied, wo du barfuß unterwegs bist. 

In der Natur kann es unglaublich erholsam und beruhigend sein, die Verbindung zum Boden intensiv über die nackten Fußsohlen wahrzunehmen. Das legen wir euch so oft es geht ans Herz. 

 

In der Stadt jedoch scheint es wirklich ratsamer zu sein, die Füße einerseits vor Verletzungen durch Scherben und Co zu schützen, aber auch die Aufnahme von Umwelttoxinen über die Haut zu minimieren. Denn über unsere Atemwege kommen wir bereits zu genüge damit in Kontakt. Ähnlich wie eine Badewanne, deren Stöpsel klemmt und die immer voller läuft, verhält es sich auch mit dem Kontakt zu entzündungsfördernden Substanzen - wenn wir keinen Ausgleich schaffen und die Einwirkungen reduzieren (Stöpsel lösen und Wasser abdrehen), läuft unsere Wanne der Belastbarkeit irgendwann über und wir werden krank. 

 

Hier lässt sich also sehr einfach vorbeugen, zB mit ein Paar Barfußschuhen, denn die ermöglichen dir immer noch viel Bewegungsfreiheit, Flexibilität und Leichtigkeit. 

In unserem Sortiment findest du eine Vielzahl an unterschiedlicher Hersteller und Modelle, sodass garantiert etwas passendes für dich dabei sein wird. ;-) Insbesondere unser Neuzugang Tarasoles Sandalen  ist für sommerliche Temperaturen, Leichtigkeit und Bewegungsfreiheit bestens geeignet. 

  


 

Quellen 

 

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